5 Mai
2010

SOS-Kinderdörfer helfen Kindern in Ost-Deutschland

Ostdeutschland

Vielleicht bringen Sie SOS-Kinderdörfer auch zunächst mit Ländern der sogenannten dritten Welt in Verbindung. Dabei startete Hermann Gmeiner, der Gründervater der SOS-Kinderdörfer, mit seinem unabhängigen Hilfswerk für Kinder in seinem Heimatland Österreich. Unter dem Eindruck der Kindernot nach dem 2. Weltkrieg wurde in Tirol 1949 der Grundstein für das erste SOS-Kinderdorf gelegt. Deutschland folgte 5 Jahre später mit einem SOS-Kinderdorf in Dießen am Ammersee. Inzwischen existieren in 132 Ländern der Erde 460 SOS-Kinderdörfer, 15 davon in Deutschland.

In Ostdeutschland entstand das erste SOS-Kinderdorf im sächsischen Zwickau. Entwicklungshilfe leistete dabei ein Freundeskreis, der bereits zu DDR-Zeiten aktiv war. Die Freunde des Hilfswerks für Kinder haben nach der Wende den Bau eines SOS-Kinderdorfs in Zwickau forciert. Sie knüpften Kontakte zur Stadtverwaltung und waren behilflich bei der Beschaffung eines geeigneten Grundstücks. 1994 konnten die ersten Kinder in das SOS-Kinderdorf einziehen. Rund 50 Kinder haben hier inzwischen ein neues Zuhause gefunden, nachdem den Eltern vom Jugendamt das Sorgerecht ganz oder teilweise entzogen worden war. Wie in allen anderen SOS-Kinderdörfern gilt auch hier das Prinzip, das Geschwisterkinder nicht getrennt werden. Jedes Kind kann sich auf eine feste Bezugsperson verlassen. Die Kinder können langfristige Beziehungen mit anderen Kindern eingehen. Die Kinderdorfmütter kümmern sich rund um die Uhr um ihre Schützlinge.

In der Berliner Waldstaraße im Bezirk Mitte öffnete 2005 das erste SOS Kinderdorf, das in einer Großstadt angesiedelt ist. Neben der Betreuung der Kinder bietet diese Einrichtung weitere Angebote. Dazu zählen eine Kindertagesstätte und eine verlässliche Halbtagsgrundschule. Außerdem bietet Ihnen das Berliner SOS-Kinderdorf einen gemütlichen Familientreff, es berät kompetent in allen Erziehungsfragen und hilft bei schulischer Sozialarbeit.

In der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel, 70 Kilometer westlich von Berlin gelegen, finden Sie das dritte ostdeutsche SOS-Kinderdorf, das im Sinne von Hermann Gmeiner Kindern eine neue Heimat zur Verfügung stellt. In sieben SOS-Kinderfamilien sind die Kinder untergebracht. Eine Kindertagesstätte und ein Kinderhort ergänzen das Angebot für die Brandenburger.

Wenn Sie Entwicklungshilfe für weitere SOS-Kinderdörfer leisten wollen, können Sie das durch Spenden oder Patenschaften tun.

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